Die Geschichte der World Money Fair

Mit der Silberkrise der 1960iger Jahre fing alles an

Mit der historischen Preis-Hausse für Edelmetalle, Mitte der 1960er Jahre, setzte weltweit eine starke Breitenentwicklung beim Münzensammeln ein. Getreu des Wahlspruch des englischen Ökonomen Sir Thomas Gresham (1519-1579) – „Bad money drives out good money“ – wurden weltweit Münzenclubs gegründet, die ihre Mitglieder zu Sammlertreffs einluden und das Thesaurieren (Horten) von Münzen, deren Metallwert über dem Kurswert lag, als wertbeständige Anlage empfahlen.

A. M. Beck, damals Chefredakteur der internationalen Fachzeitschrift “Münzen-Revue”, gründete 1971 gemeinsam mit sieben Organisatoren europäischer Münzenbörsen in München die Organisation Europäischer Münzenbörsen (OEMB). Abgestimmte Termine und Zulassungsbedingungen, gegenseitige Unterstützungs-leistungen, ein Marketingverbund und die gemeinsame Abwehr von Fälschungen oder Nachbildungen im Messeangebot bildeten die wesentlichen Ziele und Regularien der Gemeinschaft.

Von einer Münzenbörse zur World Money Fair

Die erste internationale Veranstaltung im Rahmen der Richtlinien der OEMB fand am 22. Januar 1972 in Basel statt. Diese und die Veranstaltungen der folgenden zehn Jahre, bei denen sich die Basler Münzenbörse als das publikumsstärkste Ereignis herauskristallisierte, folgten dem Konzept klassischer Münzenbörsen. Während das allgemeine Interesse an der Numismatik und die Zahl potenter Münzensammler von Jahr zu Jahr wuchs, wurde jedoch auch ein wesentliches Manko der Idee reiner Münzenbörsen deutlich. Was fehlte, war der direkte Kontakt zwischen den internationalen Prägestätten und dem starken europäischen Sammlermarkt. Die Zeit war reif für ein integriertes Messekonzept, als professionelles Präsentations- und Marketingforum, als Plattform zum weltweiten Dialog, als hochkarätiger Marktplatz, aber auch als Raum, in dem sich Experten aus Produktions- und Zulieferbetrieben miteinander verständigen könnten.

Die „Royal Canadian Mint“ wagte den ersten Schritt

Anlässlich des Jubiläums „10 Jahre Münzenbörse in der Schweiz“ beteiligte sich die Royal Canadian Mint am 31.1./1.2.1981 als erste staatliche Münzstätte an einer internationalen Münzenbörse. Neben der Präsentation ihrer Münzkollektion informierten die Kanadier über Land und Leute, stellten die Arbeit in ihren Münzstätten vor und zeigten einem hochgradig interessierten Fachpublikum, wie die Prägung einer Münze vonstatten geht. Der Erfolg war überragend und schon bald schlossen sich weitere staatliche Prägeanstalten und Vertriebsgesellschaften dem Kreis der Aussteller der ersten numismatischen Weltfachmesse an. Nach den USA und Portugal war 1984 die DDR Ehrengast der World Money Fair, dann China, Mexiko und viele andere Nationen der Erde. Heute nehmen weit mehr als 50 Länder an der weltweit größten Münzenmesse teil.

Die Präsentation von Münzneuheiten

Die jährlichen Pressekonferenzen zur Vorstellung von Münzen, Münzneuheiten und technischen Innovationen stieß jedes Jahr auf größeres Interesse und wird heute jeweils von etwa 500 Teilnehmern besucht. Inzwischen ist das „Media Forum“ als integraler Bestandteil der World Money Fair zur bedeutendsten Marketingplattform für Münzenproduzenten und die Zulieferindustrie avanciert. Und seit 2005 verfügen auch die internationalen Münztechniker mit ihrem „Technical Forum“ über einen eigenständigen, ausschließlich Fachpublikum vorbehaltenen Konferenzteil.

Von Basel nach Berlin!

Von 1972 bis 1998, auf dem Weg von einer klassischen Münzenbörse zur Europamünzenmesse, war die Basler Veranstaltung ein reines Familien-unternehmen. Mit der Gründung einer Aktiengesellschaft im Jahre 1999 wurden die Voraussetzungen für einen weiteren Entwicklungsschub geschaffen. Die World Money Fair etablierte sich als neutrale numismatische Weltfachmesse für Sammler, Händler und Münzenproduzenten.

Mit ihrem Umzug von Basel nach Berlin platzierte sich die Münzenmesse 2006 im Herzen des stärksten Münzenmarktes Europas. Im Berliner Estrel Convention Center findet das internationale Publikum ideale Bedingungen, um die anspruchsvolle Kombination aus Präsentationen, Fachtagungen, Konferenzen und Handel in großzügig gestalteten Flächen und bei hochprofessionellen Rahmenbedingungen zu nutzen. Weit über 300 internationale Aussteller und rund 13.000 Besucher nutzen jährlich dieses weltweit einzigartige Messeangebot, um sich auszutauschen, miteinander zu handeln oder um sich schlicht vom Zauber der numismatischen Welt beeindrucken zu lassen.

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